Vörösmarty tér
Der Vörösmarty tér ist nicht unbedingt Budapests architektonisch gelungenste Gegend, doch mit Abstand das belebte Zentrum der Pester City. Der Platz ist nach dem Dichter Mihály Vörösmarty benannt, dessen Denkmal in der Mitte des Platzes prangt. Ebenso wie die elegante Einkaufs- und Promenadenstraße Váci utca ist
der gesamte Platz Fußgängerzone, in der von früh bis spät geschäftiges Treiben herrscht. Man fühlt sich ein wenig an den Pariser Montmartre erinnert, da hier Scharen von Porträtkünstlern den vorbeieilenden Menschen ihre Dienste anbieten. Magischer Anziehungspunkt auf dem Vörösmarty tér ist das berühmte Café Gerbeaud mit seinen köstlichen Backwaren und der bis heute erhaltenen Inneneinrichtung. Besonders im Sommer kann man es sich auf der Terrasse gut gehen lassen und das vorüberflanierende Publikum beobachten. Sehenswert ist auch die Endstation der Metrolinie 1, die 1896 als erste europäische Untergrundbahn gebaut wurde.
Hier wohnten früher die reichen griechischen Händler und Kaufleute Budapests. Um den Platz herum gruppieren sich einstige Handelskontore, die gut rekonstruiert die verschiedensten Läden und Geschäfte enthalten. Bemerkenswert in seiner etwas ungewöhnlichen Skelettbauweise ist auch das Luxus-Warenhaus, das ebenfalls vielen kleinen Boutiquen und Geschäften Raum bietet. Ursprünglich war dieses Gebäude aus dem Nachlass eines vermögenden Budapester Bürgers errichtet worden, der die Auflage machte, dass gebildete Menschen, die wegen misslicher Umstände verarmt sind, hier wohnen sollten. Betrachtet man das von Bäumen umgebene marmorne Denkmal des Dichters, der dem Platz seinen Namen gab, lässt sich unschwer seine Bedeutung in der ungarischen Literatur erkennen. Er residiert auf einem thronartigen Sessel und zu seinen Füßen sitzt das andächtig lauschende ungarische Volk. In den Marmorsockel ist die erste Zeile des von Vörösmarty verfassten prophetischen Gedichts "Szózar" eingemeißelt. Besonders stimmungsvoll geht es auf dem Vörösmarty tér zur Adventszeit zu, wenn der gesamte Platz von Ständen mit Kunsthandwerk, Nahrhaftem und wohltuenden Getränken eingenommen wird.
