St-Stephans-Basilika
Eigentlich ist die größte Kirche Budapests keine Basilika, obwohl sie im Volksmund so genannt wird. Ihre monumentale Größe mit 96 Metern Höhe macht sie zum eindrucksvollsten Sakralbau der Donaumetropole. Der Bau der Kirche wurde 1851 in klassizistischem Stil begonnen und stand unter keinem guten Stern. Nachdem bereits 1868
eine Kuppel einstürzte, sollte es bis zur Fertigstellung des Gotteshauses fast 60 Jahre dauern und drei Baumeistern die Nerven kosten. Die Kirche bietet 8.500 Menschen Platz und ist gerade bei den Konzerten der berühmten Angster-Orgel, die den schönsten Klang aller ungarischen Orgeln haben soll, voll besetzt. In dieser Basilika wird auch die Reliquie König Stephans aufbewahrt. Die mumifizierte "Heilige Rechte Hand", die in einem Schrein in der Stephanskapelle ruht, wird alljährlich am Nationalfeiertag zu Ehren des heiligen Königs in einer feierlichen Prozession durch die Straßen von Budapest getragen. Angeblich wurde die königliche Hand 1083, also 45 Jahre nach dem Tod des Königs, unversehrt aufgefunden.
Weitere Sehenswürdigkeiten können in der Schatzkammer der Basilika bewundert werden: hier werden prächtige Messgewänder und kostbares liturgisches Gerät ausgestellt. Auch die Ausschmückung des Kircheninneren ist beachtlich, da hierfür die fähigsten ungarischen Künstler verpflichtet wurden. Ein Kuppelmosaik, Bronzereliefs und aufwändige Malereien bilden die würdige Ausstattung dieser gewaltigen Kirche. Beeindruckend ist auch der prächtige, halbkreisförmig aufgebaute Hochaltar mit einem Marmorstandbild des heiligen Stephan. Wandmalereien und Bronzereliefs stellen Szenen aus dem Leben des ungarischen Nationalheiligen dar. Die Stephansglocke wurde 1990 von deutschen Spenden finanziert, als Dank für die Haltung Ungarns während der Liberalisierung Osteuropas in der bewegten Zeit um 1989.
