Matthiaskirche

Ursprünglich war die Liebfrauenkirche von Buda ein eher schlichtes Gotteshaus, das jedoch von einfallenden Mongolen im Jahr 1241 völlig zerstört wurde. Aufgebaut wurde die Kirche dann als dreischiffige Basilika, die im 14. Jahrhundert im gotischen Stil zu einer Hallenkirche umgestaltet wurde. Unter König Matthias erhielt das

Gebäude den gewaltigen 80 Meter hohen gotischen Südturm und das königliche Oratorium. Während der Türkenherrschaft wurde die Kirche als Moschee genutzt. Die darauf folgenden Österreicher erneuerten die Kirche dann im Barockstil, der wiederum von Frigyes Schulek Ende des 19. Jahrhunderts zugunsten der Gotik zum Opfer fiel. Trotz ihrer verschiedenen Erscheinungsformen war die Matthiaskirche stets die Krönungskirche der ungarischen Könige. Die letzte pompöse Zeremonie dieser Art fand 1867 statt, als sich Kaiser Franz Joseph I. und seine Gemahlin Elisabeth zu König und Königin von Ungarn krönen ließen. Die feierliche Krönungsmesse wurde übrigens von Franz Liszt komponiert. Zuletzt wurde Karl I. im Jahr 1916 gekrönt, der sich jedoch nur knapp zwei Jahre an seiner Königswürde erfreuen konnte.

Die Kirche ist mit ihrem bunt gedeckten Dach schon von Außen sehr ansehnlich, doch die wahre Pracht erschließt sich dem Besucher bei einer Innenbesichtigung: die mit Fresken und Ornamenten bemalten Wände vermitteln eine mittelalterliche Stimmung, zu der auch das durch die Buntglasfenster einfallende gedämpfte Licht sein Teil dazu beiträgt. Sei es der neugotische Hauptaltar, das Krönungsmosaik von 1867, die reich geschmückte Kanzel oder die Rieger-Orgel, deren Posaunenengel über der Empore die Gesichtszüge von Liszt trägt - jedes dieser Elemente macht den einzigartigen Reiz dieses heiter-besinnlichen Gotteshauses aus. Bei der Besichtigung dieser Sehenswürdigkeiten sollte man auf keinen Fall das Grab von König Béla und seiner Gattin, die Barocke Madonna sowie das imposante Marienportal versäumen. Die Krypta beherbergt das Kirchenmuseum, in dem unter anderem Kopien der im Parlament aufbewahrten Königskrone und des Reichsapfels sowie diverse Messgewänder und kostbare Reliquiare zur Schau gestellt werden.