Margareteninsel

Die Margareteninsel (Margitsziget) ist die größte und bekannteste Donauinsel der Stadt. Schon die Römer fühlten sich auf der 2,5 Kilometer langen und 500 Meter breiten Insel recht wohl. Danach erklärten die Ungarn das Eiland zu ihrem bevorzugten Jagdgebiet und nannten es Haseninsel. Als dann fünf Klöster mitsamt den darin

befindlichen Nonnen die Hasen ablösten, wurde die Insel kurzerhand in Mädcheninsel umbenannt. Dies sollte jedoch nicht der letzte Namen bleiben. Aufgrund eines Gelübdes von König Béla IV. trat seine elfjährige Tochter Margarete in das Dominikanerkloster auf der Insel ein und blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1271. Im 14. Jahrhundert wurde die Insel dann nach der ungarischen Prinzessin benannt, die übrigens 1944 heilig gesprochen wurde. Auch die Türken richteten sich mit einem Harem wohnlich auf dem Eiland ein, denen nach ihrer Vertreibung dann die Habsburger folgten. Erzherzog Joseph ging sogar soweit, die Insel nach sich selbst umzubenennen und gestaltete sie zu einem Park nach englischem Vorbild um. Die Parkanlage blieb, der Name jedoch nicht. Die Margareteninsel blieb bis heute von Bautätigkeiten verschont und wird von den Budapestern als Naherholungsgebiet geschätzt. Sie ist nur über die Margaretenbrücke zu erreichen und darf ausschließlich von Mikrobussen und Taxis befahren werden. Neben ihren schönen Grünflächen hat die Insel das große Palatinus-Freibad und das Alfréd-Hajós-Schwimmbad als Zentren für sportliche Betätigung zu bieten.

Sehenswert ist die im romanischen Stil erbaute Szent-Mihály-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die beinahe originalgetreu restauriert wurde. Außerdem können die Ruinen des von den Türken im 13. Jahrhundert zerstörten Dominikanerinnenklosters und deren Kirche besichtigt werden. Dafür ist die wiederaufgebaute Kapelle des nebenan stehenden mittelalterlichen Prämonstratenserklosters in ihrer ursprünglichen Pracht zu sehen; in ihrem Turm hängt eine Glocke aus dem 15. Jahrhundert, die zu den ältesten Ungarns zählt. Einen angenehmen Kontrast zu den altehrwürdigen Ruinen bietet ein Bummel durch den prächtigen Rosengarten und den japanischen Garten am Nordzipfel der Insel.