Kettenbrücke

Sie ist eines der Wahrzeichen von Budapest - die in der Zeit von 1839 bis 1849 nach Plänen von englischen Architekten erbaute Kettenbrücke. Sie war die erste stabile Donaubrücke, die Buda mit Pest verband und weist starke Ähnlichkeiten zu den Londoner Themsebrücken auf, die ebenfalls von diesen Architekten geplant und gebaut wurden. Die 380 Meter lange und fast 16 Meter breite Brücke besitzt zu beiden Seiten fast 50 Meter hohe Triumphbögen, die auf wuchtigen Pfeilern aufliegen. An diesen Turmaufbauten sind die massiven Ketten aufgehängt, an denen die Brücke verankert ist. Bei der "Funktionsprüfung" der Kettenbrücke im Revolutionsjahr 1848 soll der Volksmund folgenden Eignungstest für die Standfestigkeit des Bauwerks vorgeschlagen haben: man stelle alle Kaisertreuen auf die Brücke, wenn sie stehen bleibt, ist es gut, wenn sie jedoch einstürzt, dann auch! Um die enormen Kosten des Brückenbaus ein wenig zu finanzieren, wurde ein Brückenzoll erhoben, dem sich die unwilligen Adligen der Stadt dadurch entzogen, dass sie lieber einen großen Umweg um die Brücke herum machten.

Eine Legende besagt auch, dass die steinernen Löwen auf der Brücke keine Zungen hätten. Ihr Schöpfer, der Bildhauer, der es immerhin wissen musste, behauptete jedoch, dass man die Löwenzungen sehen könnte, wenn man den Tieren direkt gegenüber stehen würde. Die Kettenbrücke wurde mit allen anderen Budapester Donaubrücken im Januar 1945 von deutschen Truppen in die Luft gejagt. Bereits am 21. November 1949 - genau 100 Jahre nach ihrer Einweihung - konnte die funkelnagelneue und nach ihrem historischen Vorbild wieder aufgebaute Kettenbrücke wieder in Betrieb genommen werden.