Kaffeehäuser
Wie in vielen anderen europäischen Metropolen spielen die Kaffeehäuser auch in Budapest eine große Rolle. Ob die Kaffeehaustradition von Österreich nach Ungarn schwappte oder von sich aus hier entstand, bleibt dahingestellt. Es gibt sogar Meinungen, wonach die ungarische "cukrászda", also Konditorei, um einiges älter sein
soll als das österreichische Kaffeehaus. Sicher ist, dass sowohl Wien als auch Budapest ohne seine Cafés nicht das wären, was sie sind. In den Kaffeehäusern fand ein reges und buntes kulturelles Leben statt, an dem sich Schriftsteller, Theaterkritiker, Redakteure sowie Karten- und Billardspieler maßgeblich beteiligten. Hier fanden rege Diskussionen statt, entstanden große literarische Werke und wurde heftig und mit Herzblut Revolution geplant und betrieben. Nachdem die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sich auch bei den Kaffeehäusern bemerkbar machte, herrscht heute wieder reges Leben; man liest die Zeitung, macht Geschäfte und trifft sich mit Freunden. In den Budapester Cafés werden schwindelnde Bankgeschäfte getätigt, während am Nebentisch eine Gruppe alter Damen, angetan mit Hüten und Handschuhen, ihren Kaffee zur Torte trinken. Die Kaffeehäuser sind kosmopolitisch, hier findet man beinahe jede Nationalität, Hautfarbe und Sprache vor.
Das wohl berühmteste Café in Budapest ist das Gerbeaud am Vörösmarty tér. Seit 1858 beherrscht das Traditionscafé die Kaffeehausszene der Donaumetropole. Kaffee und Kuchen sind ausgezeichnet, ebenso wie die Innenausstattung und das herrschende Ambiente - und das trotz des hohen Besucherstroms, der sich täglich hier einfindet. Nicht minder bekannt und beliebt ist die im Burgviertel gelegene Konditorei Ruszwurm. Hier ist es noch ein wenig gemütlicher und nicht ganz so überlaufen. Auf dem Andrássy út trifft man gleich zwei Künstlercafés an: das Lukács und das Müvesz; beide haben ihre schöne alte Ausstattung behalten und waren früher beliebte Treffpunkte für Künstler aller Sparten. Heute trifft sich hier ein buntes Publikum, das nicht minder interessant ist. Das legendäre Literatencafé New York am Erzsébet körút sollte man auch nicht versäumen. In diesem Café ist die Inneneinrichtung mit Stuck und schweren Stoffen besonders sehenswert.
