Heldenplatz
Die Millenniumsfeier 1896 gab den Startschuss zum Bau des monumentalen Heldenplatzes am Westrand des Stadtwäldchens. Als der Platz 30 Jahre später fertiggestellt war, hatte man bereits fünf der in Stein und Bronze für die Nachwelt festgehaltenen Helden durch zeitgenössische Vorbilder ersetzt. Das beherrschende Element des
Heldenplatzes ist das imposante Millenniumsdenkmal. Zwischen zwei halbkreisförmigen Kolonnaden ragt die 36 Meter hohe Säule mit dem Standbild des Erzengels Gabriel auf. Am Sockel stehen die Reiterstatuen des Stammesführers Árpád und anderer Magyarenfürsten, die das Land 896 für die Ungarn in Besitz nahmen. In der linken Säulenhalle sind die Statuten der ungarischen Könige aufgestellt, in der rechten die National- und Revolutionshelden Ungarns. Während der Revolution von 1918/1919 zertrümmerten die Ungarn das Standbild Kaiser Franz Josephs I. und sagten sich mit dieser symbolischen Handlung endgültig von der Habsburger Regentschaft los. Auch die Statue von Árpád wurde beseitigt und durch ein Konterfei von Marx sowie einem Arbeiter-und-Bauern-Monument ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Heldengalerie erneut umdekoriert; nun mussten die fünf österreichischen Kaiserstatuen fünf ungarischen Revolutionären weichen, die sich gegen die Habsburger Herrschaft aufgelehnt hatten. Vor dem Millenniumsdenkmal liegt der Gedenkstein für die Nationalhelden, die für die Freiheit und Unabhängigkeit Ungarns gekämpft haben. Der Heldenplatz wird auf der linken Seite (Norden) vom Museum der Bildenden Künste und rechts von der Kunsthalle eingerahmt.
Der Heldenplatz war als einer der größten Plätze der ungarischen Hauptstadt stets ein beliebter Ort für Aufmärsche, Paraden und Gedenkveranstaltungen. Hier fand im Juni 1989 die Gedenkfeier zu Ehren von Imre Nagy und anderer Helden aus der Zeit des Aufstands von 1956 statt.
