Essen & Trinken
Eines ist klar - die ungarische Küche ist nichts für Diätfanatiker. Hier geht es deftig, herzhaft und vor allem sehr kalorienreich zu, doch dafür schmeckt es herrlich. Der Grundstock einer typisch ungarischen Mahlzeit besteht aus Schweineschmalz, Paprika und Zwiebeln, oftmals auch Knoblauch, saure Sahne und Weißbrot.
Gewürzt wird das Ganze mit Folkloremusik. Das ist zwar sehr vereinfacht ausgedrückt, trifft jedoch auf viele ungarische Nationalgerichte zu. Hierzu zählen die Fischsuppe, Gulasch, Letscho und Pörkölt ebenso wie Paprikahuhn, Kesselgulasch (als Suppe) und die allseits beliebten Palatschinken zum Dessert. Wer den Umgang mit Paprika nicht gewohnt ist, sollte in Ungarn vorsichtig zu Werke gehen: oftmals entfalten Pulver oder unscheinbare Schoten eine explosivere Wirkung als feuerrote dicke Früchte. Hat man sich doch einmal verschätzt, dann sollte man keinesfalls zum Wasserglas oder einer anderen Flüssigkeit greifen - Brot ist für den schnellen Löscheinsatz wesentlich wirkungsvoller und beugt tiefen "Brandwunden" vor. Die besten Palatschinken werden im berühmten Restaurant Gundel serviert: von diesem Genuss sollte man sich auch nicht durch die Scharen von Touristen abhalten lassen, die täglich in das größte Restaurant Europas strömen. Selbstverständlich sind die Quark- und Pflaumenknödel ebenfalls ein kulinarischer Höhepunkt, der durchaus auch als Hauptgericht gelten kann, da die Knödel sehr gehaltvoll und sättigend sind.
Beim Wein denkt man sogleich an den Tokajer, dem ungarischen Kultgetränk schlechthin. Sein Wahlspruch lautet "Wein der Könige, König der Weine", was nicht unbedingt von Bescheidenheit zeugt, doch dieser Tropfen kann es sich leisten, von sich eingenommen zu sein. Ob der französische Sonnenkönig, Voltaire, Zar Peter der Große oder gar Münchhausen, sie alle lobten den Tokajer in den höchsten Tönen. Daneben gibt es noch viele andere ausgezeichnete Weinsorten, egal ob rot oder weiß. Biertrinker kommen ebenfalls auf ihre Kosten, doch ist Ungarn weitaus mehr für seinen Wein bekannt. Viele Touristen kommen bei einem Glas Wein mit Einheimischen ins Gespräch und erfahren Insidertipps, Sehenswürdigkeiten oder bekommen Hilfe bei der Suche nach einem Hotel.
Wem die ungarische Küche nicht mundet, der findet jegliche Form von Fastfood und viele Nationalitätenrestaurants.
