Burgpalast

Eigentlich ist das "Burg" genannte Gebäude auf dem südlichen Teil des Burghügels ein Schloß. Bereits im 13. Jahrhundert entstand die erste Burg an dieser Stelle, die nach und nach erweitert und mit starken Wehranlagen und Türmen versehen wurde. Nach der türkischen Eroberung der Stadt im Jahr 1541 verfiel die Burg allmählich, bis

sie von Kaiserin Maria Theresia 1760 als Barockpalast wie Phönix aus der Asche neu errichtet wurde. Nach dem Brand von 1848 wurde die Burg wiederhergestellt und von 1890 bis 1906 erweitert. Ein Großteil der ehemaligen Palastbauten ist für Besucher geöffnet und beherbergt vor allem bedeutende Museen und die Széchenyi-Nationalbibliothek.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Burgpalastes zählt das vor dem Kuppelbau errichtete Reiterstandbild Prinz Eugens von Savoyen, der als Türkenbezwinger die einstige Großmachtstellung Österreichs begründete. Der nahe gelegene Matthiasbrunnen gibt mit seiner Darstellung des jungen Königs als Jäger, in den sich ein Mädchen aus dem Volk unsterblich verliebt, ein volkstümliches Stück ungarischer Geschichte wieder.
Über eine zweiläufige, im Neobarock errichtete Treppenanlage gelangt man zum Haupteingang der Ungarischen Nationalgalerie, in der auf vier Etagen ungarische Kunst vom frühen Mittelalter bis zur heutigen Zeit ausgestellt wird. Im nördlichsten Flügel des Burgpalastes ist das Ludwig-Museum für Zeitgenössische Kunst untergebracht, das ungarische und internationale Kunst der Gegenwart zeigt. Namen wie Sándor Molnár, Roy Lichtenstein, Pablo Picasso und Gerhard Richter lassen Rückschlüsse auf die Qualität der hier ausgestellten Exponate zu. Wer sich für den Werdegang Budapests von der Ur- bis zur Neuzeit interessiert, sollte einen Besuch des im südöstlichen Flügel gelegenen Historischen Museums nicht versäumen. Für Bücherwürmer und Fans alter Handschriften ist die Széchenyi-Nationalbibliothek ein Muss - sie ist die bedeutendste Bibliothek Ungarns und beherbergt mehr als 625.000 Handschriften, 183.000 Landkarten und etwa 6 Millionen (!) Bücher und Manuskripte.