Aquincum
Budapest kann auf eine mehrere tausend Jahre alte Besiedlung zurückblicken, die besonders im Stadtteil Óbuda sehr eindrucksvolle Spuren hinterlassen hat. Nachdem die Kelten durch römische Siedler abgelöst wurden, errichteten die Legionäre Roms eine Stadt, in der sich nach und nach Bürger und Händler ansiedelten, die Castrum Aquincum
zu einer florierenden Gemeinde machten. In der Blütezeit der römischen Besiedlung lebten etwa 50.000 Menschen in Aquincum, das von Kaiser Septimius Severus im Jahr 194 n. Chr. zur Colonia erhoben wurde. Nach dem Zerfall des römischen Reiches verfiel Aquincum immer mehr, was nicht zuletzt auf die Angriffe der Hunnen zurückzuführen war. Die Legende erbaute sogar die sagenhafte Etzelburg auf den Resten von Aquincum, wo Kriemhild 13 Jahre lang mit Etzel oder Attila gelebt haben soll, um dann den Nibelungen blutig den Garaus zu machen. In dem bereits 1894 eröffneten Archäologischen Museum sind die zahlreichen Überreste der römischen Kultur ausgestellt, die bei den Ausgrabungen entdeckt wurden. Kultgegenstände, Skulpturen, Marmorsäulen, Schmuck und vieles mehr lässt die Römerzeit vor den Augen der Betrachter eindrucksvoll Revue passieren.
Auch das Ruinenfeld um das Museum vermittelt einen Eindruck über die meist mit eingeschossigen Häusern bebaute Bürgerstadt mit ihren Bädern, Märkten, einer Basilika und dem Mithras-Heiligtum. Die für damalige Zeiten virtuos konstruierten Kanalisations- und Bewässerungssysteme sowie ein freigelegtes Aquädukt lassen Rückschlüsse auf die technischen und handwerklichen Fähigkeiten der römischen Baumeister zu. In der Nähe des Ausgrabungsfeldes von Aquincum wurde ein Amphitheater ausgegraben, das Platz für etwa 7.500 Zuschauer bot, was wiederum auf die enorme Einwohnerzahl dieser Stadt schließen lässt. Auch Reste der ehemaligen Befestigungsanlagen von Aquincum, die teilweise rekonstruiert wurden, können hier besichtigt werden.
